Kommunismus statt Stadionkultur!

Aufruf der Autonomen Antifa Weilheim zur Demonstration am 12.06.2010 in Weilheim:

Dass ausgerechnet bei der Männerfußballweltmeisterschaft weltweit die Massen auf die Straßen gehen um für „ihre“ Mannschaft zu jubeln ist kein Zufall. Populäre Sportveranstaltungen auf internationaler Ebene gehören zu den Hauptanlässen nationaler Inszenierung. In den wenigen Wochen der Weltmeisterschaft schafft es der vermeintlich unpolitische Fußball fast überall Begeisterung für das eigene nationale Kollektiv hervorzurufen. Praktisch jeder Bereich des Alltags ist davon erfasst, egal ob in den Medien, im Bundestag[1], in der U-Bahn oder am Arbeitsplatz, die Männerfußballweltmeisterschaft, und damit auch die teilnehmende Nation, ist während der 4 Wochen Fußball allgegenwärtig. Der Zirkus bürgerliche Gesellschaft, mit all seinen Clowns aus Medien, Politik und Zivilgesellschaft, schafft es 23 biologischen Männern und einer Kunststoffkugel, eine vollkommen absurde gesellschaftliche Gewichtung zu geben.

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Eigentor

gegenbew.

Allem Anschein nach planen nationale Kräfte, seien es nun das deutsche Partyvolk und/oder Neonazis, unsere Demonstration in Weilheim zu stören oder sogar zu verhindern.

Ob es die visuelle Schönheit, die Inhaltsstärke oder die majestätische Rechtschreibung des Mathias Polt sind die diesen „Flyer“ so einzigartig machen wissen wir nicht, wir wissen aber dass die Demonstration, trotz aller Empörungen seitens des nationalen Lagers, selbstverständlich stattfinden wird.

Antinationale Demonstration
am 12.06.2010 in Weilheim
Beginn: 14.00 Uhr, Bahnhof!

Deutschland? Platzverweis!

Kurzaufruf des Platzverweis Bündnis:

Bald ist es wieder so weit: Der Alltag der kommenden Wochen wird durch
ein eigentlich banales Sportereignis geprägt sein, und wie 2006 werden
schwarz-rot-goldene Fanmeilen die harmloseste Zumutung der WM darstellen.
Wenn die Deutschen, wie auch andere Nationen, sich feiern, wird Rassismus zur Normalität. Eindrucksvoll zu sehen war das schon zur WM 2006, als Dönerbuden und Pizzerien auch vom „ganz normalen Fußball-Partyvolk“ gestürmt wurden. Wo der deutsche Mob grölend sein „Deutsch-Sein“ abfeiert und zur Aggressivität gegenüber Allem „volksfremdem“ neigt, ist eine strukturelle Nähe zu den Pogromen von Mölln, Solingen, Hoyerswerda usw. kaum von der Hand zu weisen.

Die verbreitete These vom guten Patriotismus auf der einen und schlechtem Nationalismus auf der anderen Seite, ist bürgerliche Propaganda. Der positive Bezug auf die „eigene“ Nation ist immer ein Akt des Ausschlusses Anderer, ob er sich durch Hervorhebung vermeintlich ganz besonderer, eigener Kulturleistungen oder der Sprache legitimiert, oder durch eine rassistisch begründete Volkszugehörigkeit, die andere „Rassen“ als „volksfremd“ und Minderwertig ablehnt.

Die moderne Stadionkultur ist zusätzlich durchdrungen von Sexismus.Eine Kultur, die Werte wie Ehre, Ruhm, Stärke und Männlichkeit affirmiert, muss zur Zielscheibe emanzipatorischer Kritik werden. Auch die diesjährige WM wird nicht ohne rassistische Ausschreitungen und einem unertragbaren Männerkult über die Bühne gehen. Dies sind nur einige der Probleme, die letztlich in der Mitte der Gesellschaft verankert sind und für die die WM nur einen Verstärker und eine Ausdrucksplattform darstellt.

Mit der „Deutschland? — Platzverweis!“ Kampagne wollen wir ein
Zeichen setzen gegen die Zumutungen des bürgerlichen Alltags,
insbesondere während der WM!

Wir rufen auf zur:

Antinationalen Demonstration
am 12.06.2010 in Weilheim
um 14.00 Uhr, Bahnhof

Platzverweis Bündnis

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Aufrufe der einzelnen Gruppen folgen!